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Sturmfahrt auf der Südadria 829 Klicks 
 
Nachdem wir viele Jahre auf der Adria auf Charterbooten mit Tochter und Hund unterwegs waren, beschlossen wir mit unserer My Way, einer Biga 24. die Adria zu zweit zu befahren. Im Spätsommer 2013 gerieten wir während eines vierwöchigen Törns in einen Gewittersturm. Glück gehabt !
 
Fahrtgebiet: Mittelmeer

Es ist noch dunkel als die Blinker zweimal aufleuchten und unsere My Way anstrahlen.

Geputzt und poliert steht sie da. Das Zugfahrzeug ist angespannt und betankt.

Unser Tom-Tom zeigt 1300 km an. Endlich Urlaub.

Langsam, ganz langsam manövriere ich das mehr als 12 Meter lange Gespann durch das

schlafende Dorf in Richtung Autobahn.

Auf dem vereinbarten Parkplatz  warten schon Harald und Vidmanda mit ihrer Sharky.

Eine herzliche Begrüßung, ein kurzer Check der Gurte und Reifen, dann geht die Reise

endlich los. 

Vier Wochen dürfen wir Arbeit und Alltag hinter uns lassen. In dieser Zeit werden nicht

Fahrpläne und Lotus Notes unseren Alltag bestimmen. Nein, in den nächsten vier Wochen

bestimmen Wetterbericht und die Lust am Segeln unseren Tagesablauf.

Unser Ziel ist Kroatien. Mit unseren kleinen Segelbooten wollen wir die Inseln Dalmatiens

besuchen. Gut vorbereitet mit Hafenhandbüchern, Wetterlinks und Reiseberichten fahren

wir dem Ziel entgegen.

Obwohl unsere Boote groß genug zum Wohnen und ausreichend groß für die

Anforderungen des Reviers sind, trifft man hier kaum noch Trailerboote an.

Gerade diese Bootsgröße bietet die Möglichkeit in den hintersten Winkeln der Buchten

noch ruhige und schöne Ankerplätze zu erobern.

Offensichtlich hat auch hier das „immer größer, immer mehr“  Einzug gehalten.

Dabei kann weniger durchaus mehr sein!

Kroatien ist ein Traum für Wassersportler. Mehr als tausend Inseln sind der Küste

vorgelagert. Fast jede dieser Inseln verfügt ihrerseits wieder über traumhafte Buchten.

Seit 1. Juli ist Kroatien in der EU und Europa um mehr als 1000 Inseln reicher.

Wir sind gespannt was uns in diesem Jahr erwartet.

Wo viel Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Durch die vielen großen Charterboote

geht es in den Marinas oft unerträglich laut zu. Wo so viele Menschen Boot an Boot liegen,

das Wetter zu langen Abenden im Cockpit einlädt, bedarf es ein wenig gegenseitiger

Rücksichtnahme. Hier gibt es sicher noch Optimierungspotenzial.

Gern wird das Revier auch hinsichtlich seiner nautischen Anforderungen unterschätzt.

Auch uns, die wir seit mehr als 20 Jahren hier segeln, soll dieser Törn eine Lektion erteilen.

Dazu aber später mehr.

Nach zweitägiger Fahrt erreichen wir die Marina Kremik bei Primosten.

Nachdem wir die Boote im komfortablen Hafen abgestellt haben, verbringen wir

die erste Nacht in einem Appartement. Zu viel Gepäck lagert noch in unserer Kajüte,

so dass wir für die erste und letzte Nacht ein Appartement im nahe gelegenen Dörfchen

Rogoznica angemietet haben. Für 8:00 Uhr haben wir am nächsten Morgen einen

Krantermin erhalten. Früh aufstehen und das im Urlaub?

Pünktlich rollt das 80 Tonnen Ungetüm auf unsere kleine Biga 24 zu. Ein bisschen

überdimensioniert, bleiben schließlich 78 Tonnen Reserve.

Sehr behutsam und mit unglaublicher Präzision heben die drei Männer mit ihrem

Riesenkran unsere My Way vom Trailer und setzen sie sanft in das Wasser der Adria.

Schnell noch zur Rezeption und schon tuckern wir durch die Marina zu unserem

Liegeplatz. Die Arbeit kann warten und so folgt erst mal  ein Frühstück auf der Terrasse des

Marina Restaurants. Die Sonne lacht, um uns herum maritimes südländisches Flair,

warum wollen wir eigentlich weiter?

Nachdem am Nachmittag der Mast gestellt ist, die Segel angeschlagen und Bimini

sowie Sprayhood installiert sind, geht es in den Mini Market zum einkaufen.

Kurze Zeit später ist der Kühlschrank gefüllt und nun müssen wir nur noch zum

Hafenkapitän nach Primosten fahren. Hier zeigen sich erste positive Auswirkungen des

EU-Beitrittes. Die Crewliste ist zum Einklarieren nicht mehr erforderlich. Einen Aufkleber

gibt es ebenfalls nicht mehr. Das Procedere ist kurz und schmerzlos.

Nur teuer, ja teuer ist es geblieben.

Am nächsten Tag segeln wir gegen Mittag mit dem Dingi im Schlepp los. Unser Ziel ist

die nur drei Seemeilen entfernte Kaimauer von Primosten.  Hier liegt man direkt an

der Promenade. Vom Boot bis zum Cappuccino sind es drei Schritte

Unsere weitere Reise führt uns über die Bucht Sesula auf der Insel Solta zum Städtchen

Milna auf der Insel Brac und weiter in das Steinmetzdorf Pucisce, ebenfalls auf Brac.

Hier werden die Steinmetze ausgebildet die den, nur auf Brac vorkommenden, Marmor

später geschickt bearbeiten. Viele Verkaufsstände bieten kleine Kunstwerke aus

diesem speziellen Gestein an. Auch am weißen Haus in Washington und am

Reichstag in Berlin wurde Marmor von dieser Insel verbaut.

Wir segeln weiter zum  Städtchen Makarska . Der Hafen ist sehr laut und die ganze

Nacht steht ein unangenehmer Schwell im Hafen. Ausflugsschiffe mit überdimensionierten

Lautsprechern fallen unter lauter Musik der Marke Ballermann in den Hafen ein.

Die Lautstärke eines dieser Boote übertönt gar alle anderen Schiffe  sowie die  gesamte

Geräuschkulisse der Stadt. Schade eigentlich, denn das schöne Städtchen müssten

sich gar nicht auf Ballermann Niveau herab lassen.

Entschädigt werden wir am Abend durch Folkloredarbietungen und einem Caipirinha.

Auf der Suche nach einem etwas ruhigeren Plätzchen segeln wir am Morgen zur Bucht

Pokrivenik auf der Insel Hvar. Wieder ist Sonntag und die erste Woche liegt  hinter uns.

Der Luftdruck sinkt und der Himmel ist stark bewölkt. Der Wetterbericht auf  UKW kündigt

Südostwind bis 16 Knoten und leichten Regen an. Wir segeln los! Der Wind erreicht

schnell 24 Knoten und so kreuzen wir acht Stunden mit gerefften Segeln durch die

aufgewühlte See. Es regnet. Trotzdem macht es Spaß. Unser Deck wird ordentlich

gewaschen. Mit viel Kränkung rauschen wir dahin. Wir sind ausgepowert als wir nach

30 Seemeilen Sucuraj, an der Ostspitze der Insel Hvar, erreichen. Eine freundliche und

hilfsbereite Hafenmeisterin weist uns einen ruhigen Platz für die Nacht zu.

Am Dienstag verkündet der Wetterbericht nichts Gutes. Gewitter und Südwest Wind mit

35 – 40 Knoten. Nein, das wollen wir nicht. Mit unseren kleinen Booten kann das schnell

gefährlich werden. Wir beschließen einen Hafentag und erkunden das kleine Dörfchen

Sucuraj.

Auch am Mittwoch kündigt der Wetterbericht Gewitter und Regen an. Wieder zieht die

Warmfront eines Tiefs über die Adria. Wo ist nur das stabile Septemberwetter?

Trotzdem legen wir am frühen Morgen ab und richten unseren Bug zur Westspitze

der Insel Peljesac. Erst als wir Loviste auf Peljesac quer ab haben, bekommen wir Wind.

Motor aus, Segel hoch und mit halben Wind Richtung Peljeski-Kanal. Dann geht’s vorm

Wind, im Schmetterling, bis Korcula. Wow, was eine Rausche!

In der ACI Marina wird uns ein ruhiger Platz bei den kleineren, meist unbewohnten, Booten

zugewiesen.

Hier offenbart sich der Vorteil unserer Winzlinge. Die Charteryachten liegen eng gereiht

und das Hafenkino sorgt für einen kurzweiligen Nachmittag. Nach einem hervorragenden

Fischessen in einer der engen, romantischen Gassen des Städtchens, fallen wir müde

in unsere Kojen.

Der Kalender zeigt Donnerstag den 12.09.2013 an. Der Luftdruck ist auf 1009 hPa gesunken.

Der Wetterbericht kündigt auch heute wieder Gewitter und Regen an. Der Wind wird mit

SO – SW 4-16 Knoten prognostiziert. Wir wollen zunächst noch mal in die Stadt, zählt sie

doch zu den Perlen der Adria. Liane und ich leisten uns ein Frühstück an der alten

Stadtmauer mit Blick aufs Meer. Noch ahnen wir nicht was uns heute bevor steht.

Mit Harald und Vidmanda haben wir vereinbart gegen 12:00 Uhr abzulegen. Wir wollen

nach Polace auf der Insel Mljet.

Als wir das Boot klar machen bemerken wir eine schwarze Wand, die sich von Peljesac

kommend, auf Korcula zu bewegt. Wir bleiben im Hafen. Ein Gewitter mit Regen

und Windböen fegt über uns hinweg. Wir sitzen bei geschlossenem Schiebeluk im

Salon und schauen durch die Kajütfenster dem Treiben zu. Der Himmel klart wieder auf,

kein Wölkchen weit und breit. Um 13:00 Uhr legen wir ab.

Ein fataler Fehler!

Unter Segeln richten wir unseren Bug in Richtung Westspitze der Insel Mljet.

Nach kurzer Zeit schläft der Wind ein, so dass wir direkt Kurs auf die Einfahrt von

Polace anlegen. Wenn schon unter Maschine dann aber auf dem kürzesten Weg.

Das Großsegel lassen wir stehen.

Der zweite Fehler an diesem Tag!

Wir rufen unsere Freunde Joseph und Milka von der Konoba Chez Joseph an und

lassen uns zwei Liegeplätze am Anleger des Restaurants reservieren.

Seit gut einer Stunde sind wir unterwegs. Langweilig, kein Wind, der Diesel tuckert vor

sich hin und das Steuern hat der Autopilot übernommen. Wir sind in Gedanken versunken.

Ich freue mich schon auf das Beefsteak a la Joseph und das Wiedersehen mit dieser,

im Laufe der Jahre, lieb gewonnenen Familie.

Liane holt mich mit der Frage, ob wir vielleicht die Navigationslichter anschalten sollten,

aus meinem Tagtraum. Navigationslampen bei blauem Himmel und Sonnenschein?

Sind das unbekannte Symptome der Seekrankheit?

Nein, sie starrt nur in die Richtung aus der wir kommen. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu

urteilen muss eine der riesigen Fähren oder der Leibhaftige direkt hinter unserem Heck sein.

Ich drehe mich um. Der Himmel oder besser gesagt die Wand hinter uns, zeigt Farben

die ich in all den Jahren auf der Adria noch nie gesehen habe. Tiefes schwarz getüncht

mit den Farben der Hölle. Schnell legen wir das erste Reff ein.

Der dritte Fehler!

Die ersten heftigen Böen erreichen uns. Dazu kommen Hagelkörner in der Größe

von Zuckerwürfeln. Da Hagel und Wind von achtern über uns her fallen, geht Liane

nach unten um unser Schiebeluk zu schließen. Sie schaltet die Positionslampen ein

und bleibt in der Kajüte. Jetzt bricht die Hölle über uns herein. Die Sicht  etwa 50 m,

die See mutiert zu einem Hexenkessel.

Wir waren vor einigen Jahren mit einer Bavaria 37 bei 45 Knoten Wind unterwegs aber so

habe ich die Adria noch nie gesehen.

Ich kupple die Maschine aus, da wir mittlerweile eher fliegen als segeln. Ein größeres

entgegen kommendes Schiff dreht und bleibt unter Maschine in unserer Nähe. Immer

wieder sehe ich den Kiel dieses ca. 40 Fuß langen Seglers. Wie mag das erst bei uns

aussehen? Das längst überfällige Bergen des Großsegels ist bei diesen Verhältnissen

nicht mehr möglich. Den Zeitpunkt zum Anlegen von Ölzeug und Schwimmwesten

haben wir  ebenfalls längst verpasst. Böen mit weit über 30 Knoten, Hagel, Regen, Blitz

und Donner verwandeln unsere Umgebung in ein Inferno.

Mittlerweile auf dem Cockpitboden zusammengekauert mit der Großschot in der einen

und der Pinne in der anderen Hand rasen wir vor dem Wind durch die Wasserhölle.

Beim leichtesten Versuch etwas anzuluven zieht unser Baum durch die rauschende See.

Wenn das Boot sich wieder aufrichtet fließen Sturzbäche aus dem Segel.

Angst, pure Angst!

Die bittere Erkenntnis, dass alle erlernten Manöver, wie reffen, Segel bergen oder beidrehen

nicht mehr machbar sind, lähmt mich. Ich kann die Pinne nicht mehr los lassen und weiß

das jetzt jeder, noch so kleine, Fehler katastrophale Folgen mit sich bringen kann.

Es kann nicht ewig dauern!

Ich bin nass bis auf die Knochen und friere erbärmlich. Dann passiert es! Ein Knall und ich

traue meinen Augen nicht. Der Baum ist mit unglaublicher Wucht über mich hinweg gefegt.

Patenthalse!

Der stabile und kerngesunde hölzerne Travellerbalken zerbricht in zwei Teile und reist aus

seiner Verankerung. Die Großschot in der Hand sehe ich Travellerbalken, Travellerschiene

und Flaschenzug an der Baumnock durchs schäumende Wasser gleiten. Das Rigg steht

noch. Liane schreit „Bist du noch da? Was ist passiert?“ Ich rufe einfach nur noch „Ja“.

Da wo Liane eben noch saß ist der Balken  so heftig gegen den Aufbau geschlagen das

auch hier das Holz gesplittert ist. Diese Wucht hätte kein Kopf ausgehalten.

Verdammt was machen wir hier für einen Mist!

Nach 30 Minuten lässt der Sturm nach, die Welle leider nicht. Liane öffnet das Schiebeluk und

schaut vorsichtig aus dem Salon. Wir sagen beide nichts. Wir schauen uns an und wissen

was jeder denkt. Ich hole den Baum dicht und wir kuppeln Maschine und Autopilot wieder ein.

Die große Begleityacht dreht ab und setzt ihren ursprünglichen Kurs fort.

Liane bedankt sich auf Kanal 16.

Unknown boat, between Korcula and Mljet, this is the small sailingboat My Way, thank you

very much for protection.

Niemand antwortet.

Gemeinsam mit Liane spanne ich einen Tampen zwischen die beiden Winschen, quer übers

Cockpit. Hieran kann ich die Großschot zunächst befestigen und so den Baum erst mal

bändigen. Schnell bergen wir das Großsegel. Kurs Polace, Mljet.

Wo sind Harald und Vidmanda mit ihrer FAN 23 ? Unsere Funkrufe bleiben zunächst

unbeantwortet. Dann aber hören wir sie. Sie haben das Unwetter rechtzeitig kommen

sehen und konnten es unter Maschine und besser vorbereitet  abwettern. Gott sei Dank !

Um 18:00 Uhr erreichen wir Polace. Harald hat seiner Maschine „in der Stunde der Not“

ein Glas edelsten Whiskey versprochen, den er nun über den Motor gießt. Unsere

Stegnachbarn aus England zeigen uns Bilder von einem Tornado den sie am Morgen in der

Nähe von Korcula fotografiert haben. Sie waren so früh aufgebrochen, dass sie bei Eintritt

des Hagelsturms bereits Polace erreicht hatten.

Normalerweise ärgere ich mich sehr über jede Kleinigkeit an unserer Biga. Schließlich

handelt es sich bei der My Way um einen extrem gut gepflegten Oldtimer.

In Anbetracht dessen, was hätte passieren können, wenn Liane an ihrem Platz verblieben

wäre, freuen wir uns jedoch einfach diesen Abend gesund und unverletzt genießen

zu können. Gemeinsam mit Harald, Vidmanda, Joseph, Milka und unseren englischen

Nachbarn reden wir noch bis spät am Abend über dieses Wetterphänomen und den

glimpflichen Ausgang der Passage.

Am nächsten Morgen stimme ich telefonisch mit der Bicker Werft die erforderliche

Notreparatur ab und mache mich anschließend auf die Suche nach einer Bohrmaschine.

Alles erdenkliche habe ich dabei aber eine Bohrmaschine?

Nein, die habe ich nicht mit genommen. Dank Joseph aber kein Problem!

Nach erfolgreicher Reparatur wandere ich die Straße entlang durch die Reste eines

römischen Palastes bis zu meinem Lieblingsplatz. Von hier bietet sich ein

traumhafter Blick über die ganze Bucht.

Am Samstag legen wir nach dem Frühstück mit dem Ziel Lastovo ab. Ein Hoch über der

Adria verspricht eine ruhige Überfahrt zu der 30 Seemeilen entfernten Insel.

Bei schwachem Wind segeln wir am Abend in einen bezaubernden Sonnenuntergang.

Unser Ziel, die Bucht Skrivena Luka erreichen wir erst bei vollkommener Dunkelheit.

Dank Suchscheinwerfer, einem Leuchtfeuer, Ortskenntnis und unserem Kartenplotter ist

dies kein Problem. Ein Mitarbeiter des Restaurants Porto Rosso reicht uns die Mooring.

Wieder ist Sonntag und die zweite Woche ist vorüber. Heute muss ich den Impeller wechseln.

Auf den letzten Meilen vor der Bucht habe ich bemerkt, dass der Motor nicht die übliche

Menge Wasser zieht. Dass es naturgemäß auf kleinen Booten eng zu geht ist bekannt.

Die Wasserpumpe unseres Faryman Diesels sitzt auf der Unterseite des Motors und ist

von oben nur mit Spiegel zu sehen. Die Inbusschrauben habe ich von der Bicker Werft

bereits gegen eingeklebte Gewindestangen und Flügelmuttern ersetzen lassen. Das kommt

mir jetzt zu gute. Zirka 20 Flüche nach Beginn der Arbeit halte ich das Problem in der Hand.

Zwei Flügel sind abgebrochen und beeinträchtigen den Wasserstrom im Pumpengehäuse.

Noch eine Folge der rauschenden Sturmfahrt ?

Nach erfolgreicher Reparatur sitzen wir im Taxi auf dem Weg zum Städtchen Lastovo.

Bekannt geworden auf Grund seiner genialen Schornsteine. Der ganze Ort ist beeindruckend.

Nach einer ausgiebigen Wanderung durch und um die Stadt kehren wir zufrieden zurück.

Wir segeln weiter nach Vela Luka auf der Insel Korcula. Das Städtchen hat sich rasant

entwickelt. Mittlerweile gibt es neben der Stadtmauer noch ein Bojenfeld für ca. 50 Yachten.

Wir besuchen die beeindruckende Höhle Vela Spila, oberhalb der Stadt. Funde

menschlichen Lebens führen zurück bis 20000 v. Christus.

In der Nacht oder besser gesagt am frühen Morgen werden wir aus dem Schlaf gerissen.

Unsere kroatischen Nachbarn unterziehen ihre Außenlautsprecher einem Feldtest.

Es ist 03:00 Uhr und die betrunkene Crew torkelt an Deck ihrer Y 33 herum

Meine etwas energische und nicht ganz emotionslose Bitte den Test unverzüglich

abzubrechen, führt, wider meinen eigenen Erwartungen, unmittelbar zum gewünschten Erfolg.

Offensichtlich habe ich mich verständlich  ausgedrückt

Über die kleine Insel Sveti Klement, auf der wir diverse Ankerbuchten erkunden und einen

Ausflug auf die Insel Hvar unternehmen, führt uns der Weg nach Milna auf der Insel Brac.

Zum Abschluss der dritten Woche mieten wir ein Auto und besuchen den Vidova Gora.

Mit  778 m ist er der höchste Berg der dalmatinischen Inselwelt. Außerdem besuchen wir

noch  Zlatni Rat, das goldene Horn, den einzigen natürlichen Sandstrand Kroatiens.

Auch die Steinbrüche mit dem einzigartigen Marmor  beeindrucken uns sehr.

Weiter führt uns unser Weg über Stomorska auf der Insel Solta nach Rogznica und noch

einmal nach Primosten. Am Donnerstag den 26.September erreichen wir um 13:00 Uhr den

Ausgangspunkt unserer Reise, die Marina Kremik. Ein freundlicher Marinero weist uns einen

Liegeplatz zu.

Nach einem Cappuccino beginnen wir unser Boot für die Heimreise klar zu machen.

Am Freitag werden wir ausgekrant, so dass wir am Samstagmorgen die lange Rückreise

antreten können. Wieder liegen 1300 km vor uns.

Am Sonntag, exakt vier Wochen nach unserer Ankunft in Kroatien, erreichen wir unser

Zuhause.  Eine halbe Stunde nach uns wird auch die Sharky  ihren „Heimathafen“ erreicht

haben.

Umgeben von Sonne, Meer und einer beeindruckenden Landschaft, haben wir uns auf

unseren wenigen Quadratmetern sehr wohl gefühlt. Erstaunlich wie wenig man braucht!

Auffallend war, dass fast alle Kroaten mit denen wir sprachen, den Beitritt zur EU eher

skeptisch bewerten.

Gleichzeitig hoffen viele von ihnen, dass Brüssel etwas gegen Korruption und Willkür

unternimmt. Offenbar ein sehr großes Problem.

Die Wetterlage war relativ instabil. Jedoch verglichen mit deutschen Wetterverhältnissen

immer noch traumhaft. Die Lufttemperatur haben wir mit Werten von 22°C bis 30° C als

sehr angenehm empfunden. Das Wasser war im Vergleich zu unseren vorhergehenden

Reisen mit stellenweise nur 21°C relativ kühl. Grund war wohl ein sehr kühler und

verregneter Monat Mai. Auch die Erträge der Olivenbauern wurden durch die Wetterkapriolen

sehr stark beeinträchtigt.

Im September kann es durchaus noch eng werden, in so mancher Marina.

Speziell in der ACI Marina Korcula empfiehlt sich die Suche nach einem Liegeplatz bereits

am frühen Nachmittag anzutreten. An der Stadtmauer von Vela Luka sollte man bereits

morgens auf der Lauer liegen. Sobald die ersten Segler ablegen kommen Yachten vom

Mooringfeld und versuchen ein Plätzchen an der Mauer zu ergattern.

Eine in den letzten Jahren oft beklagte kontinuierliche Anhebung der Liegeplatzgebühren

konnten wir in 2013 nicht beobachten. Im Vergleich zu September  2011 zahlten wir  die

gleichen Gebühren. Diese fallen allerdings, mit durchschnittlich 40 € pro Nacht für Schiffe

unserer Größe, sehr hoch aus.

Wir würden bei den Kosten zumindest erwarten, dass man nötige Reparaturen im Bereich

der Sanitäranlagen zeitnah durchführt und in den Nachtstunden in den Marinas für etwas

Ruhe sorgt.

Zuhause lese ich, dass in unserem  Sturm

zwei große Yachten an der Felsküste strandeten und aufgegeben wurden. Menschen

kamen zum Glück nicht zu schaden.

Was hatten wir doch für ein Glück!

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