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Aktuelle Termine:

"Sommer" 2015 in der dänischen Südsee 786 Klicks 
 
Crew: Agnes Rotermund-Plenge, Michael Plenge
Schiff: Carter 30
Route: Strande-Soeby-Svendborg-Nyborg-Korshavn-Langoer-Ebeltoft-Tunoe-Juelsminde-Middelfart-Haderslev-Maasholm-Strande
Zeitraum: 23.07. bis 07.08.2015
 
Fahrtgebiet: Ostsee

Reisebericht

Sommertörn der "Orplid" vom 23. Juli bis 07. August 2015

Wie in den vergangenen Jahren fiel auch dieser Segelsommer kürzer aus als geplant, aus 3 Wochen wurden gerade mal 16 Tage. Trotz des durchwachsenen Wetters haben wir einen schönen Segeltörn verlebt. Der Wind wechselte innerhalb kürzester Zeit von Flaute auf Starkwind und umgekehrt, so dass ich nur einen Starkwindtag eingetragen habe, an dem es durchgängig mit 7-8 aus West blies.

Nachdem wir am Mittwoch unser Schiff urlaubsklar gemacht hatten, stießen wir am Donnerstag bei flauen Winden gen Norden in See. Erfreulicherweise frischte es am Nachmittag, leider gegenan,  erheblich auf, so dass wir unseren ersten Hafen Soeby noch vor Sonnenuntergang erreichten (38,3 sm). Da meine Frau leider unter Seekrankheit leidet, hat sie sich ausbedungen, in diesem Jahr keine Nachtfahrten durchzuführen, wodurch unser Aktionsradius von vorneherein erheblich eingeschränkt war.

Am folgenden Tag sind wir mehr oder weniger in der Flaute nach Svendborg vertrieben (16,5 sm). Dafür hat es uns in der nachfolgenden Nacht  bei E 7-8 die Baumpersenning zerrissen, da wir im Jachthafen quer zum Wind festgemacht hatten. Am folgenden Tag war leider über Wasser davon nur noch wenig zu spüren, sondern nur der Strom gegenan, so dass wir die restlichen 3,5 sm des Svendborg-Sunds unter Motor bewältigten. Auf dem Weg nach Nyborg war es faszinierend zu beobachten, wie sich drei Gewitterfronten aufeinander zubewegten. Nach dem Motto: "Kommt der Regen vor dem Wind, nimm' die Segel weg geschwind!" haben wir die folgenden Regenböen unter Vorsegel gut für den Vortrieb nutzen können. Danach wurde es wieder schwachwindig, so dass wir erst spät Nyborg erreichten (24,3 sm).

Trotz des starken West-Windes verließen wir am späten Vormittag den Hafen, da wir uns auf den Wetterbericht verlassen hatten, der eine Abnahme prognostiziert hatte. Nur unter der Genua II machten wir flotte Fahrt mit bis zu 8 kn. Die Belt-Brücke unterquerten wir mit etwas Herzklopfen, aber 17 m Durchfahrtshöhe mussten doch reichen... Unter Land verholten wir uns nordwärts in der Hoffnung auf eine Abnahme des Windes. Leider tat er das Gegenteil, so das wir um die Nordost-Spitze Fünens kämpfen mussten, um dann mit einer höllischen Fahrt in den Naturhafen von Korshavn einzulaufen (34,1 sm). Am Steg wurde uns klar gemacht, dass trotz der sehr breiten Boxen kein Platz sei, da ja nun die Heckleinen bereits vertäut seien. Somit gingen wir vor Anker, hatten unsere Ruhe und genossen sie auch eine weitere Nacht.

Auf dem Schlag nach Langoer war windtechnisch auch wieder alles vertreten. Nach anfänglicher Flaute frischte es zunehmend auf, so dass wir bis zum Zielhafen segeln konnten (25,2 sm). Den folgenden Hafentag nutzten wir für ausgedehnte Wanderungen.

Der einzige Segeltag mit kommodem Wind führte uns zu unserem Point of Return: Ebeltoft (20,1 sm). Der darauffolgende Sturm erlaubte mir, einen langgehegten Wunsch zu erfüllen: eine Besichtigung der "Jylland". Nicht nur das Schiff ist beeindruckend, sondern auch die Pflege der Tradition der Dänen, speziell die der gewonnenen Seeschlacht vor Helgoland.

Nach einem mühsamen Schlag, Kreuzkurs bei wechselnden Winden und Gegenstrom, nach Tunoe (27,6 sm) haben wir uns den Tag durch ein Essen im Tunoe-Kro versüßt. Der nachfolgende Tag führte uns ebenfalls auf einem Kreuzkurs nach Juelsminde (25,2 sm). Hier bestand die Belohnung nach einem mäßig gelungenem Hafenmanöver (Man soll sich doch nicht spontan für einen Liegeplatz, zumal an einem Brückenkopf, entscheiden, sondern in Ruhe überlegen.) nur in einem Hot-Dog.

Auch der nächste Tag erforderte eine Menge Geduld, bis in der Einfahrt des Kleinen Belts der Wind in Starkwindstärke auffrischte. Somit kamen wir trotz Gegenstroms zügig an Strip vorbei und unter der neuen Belt-Brücke hindurch, um in Middelfarts kleinem Rundhafen festzumachen (20,1 sm). Der herrliche Sonnenuntergang lud meine Frau zu einer Fotosession ein.

Von Middelfart hangelten wir uns im Neerstrom bis zur alten Belt-Brücke durch. Danach ging ohne Motor gar nichts mehr. Mein Frust wurde aber gemildert durch eine kostenlose "whale-watching-Tour". Bei zehn haben wir aufgehört, die Anzahl der Tümmler zu zählen. Ein solches Erlebnis gibt es eben nur bei Flaute. Nachdem wir die Enge des Kleinen Belts verlassen hatten, kam wieder Wind auf, der dann aber nördlich von Aaroe auf W drehte und so stark zunahm, dass wir das Großsegel wegnahmen. Die Idee, den Haderslev-Fjord unter Segeln aufzukreuzen, musste fallengelassen werden. Somit erlebten wir unseren ersten "Motorbootstag" mit 16 sm  bei insgesamt 25,9 sm, zudem auch den ersten ausgiebigen Regentag in Haderslev.

Die Rücktour am nächsten Tag durch den Fjord gestaltete sich dann unter Segeln sehr gemütlich. Auch den Aaroe-Sund konnten wir bei gutem Wind kreuzenderweise passieren, bis dann wieder die große Flaute über uns hereinbrach. Das geplante Ziel, die Dyvig noch im Hellen zu erreichen, war nicht mehr möglich, so dass wir uns entschieden, hinter Helnaes im Schutze von Illum vor Anker zu gehen (28,8 sm). Eine überwiegend sternenklare Nacht und ganz viel Ruhe waren die Belohnung.

Der folgende Tag bescherte uns bei starken Winden einen schnellen Anlieger nach Maasholm, so dass wir auf einen Abstecher in die Flensburger Förde verzichteten. Nach kurzem Aufkreuzen in der Schlei machten wir nach 31,4 sm in einer "sehr schmalen" Box fest und genossen den Abend bei einem üppigen Essen.

Die Rückkehr nach Strande (21,9 sm) war leider auch durch einen Flautentag geprägt, der wiederum durch neugierige Schweinswale auf dem Stollergrund in unmittelbarer Bootsnähe  und einen herrlichen Sonnenuntergang verschönt wurde.

 Insgesamt haben wir einen schönen Segelurlaub verlebt und hoffen, im kommenden Sommer etwas mehr Glück mit dem Wetter zu haben.

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